banner

Balearen:
Die Geschichte

Die Geschichte der Balearen (hauptsächlich Mallorcas) liest sich wie ein spannendes Buch. Hier nur ein kurzer Abriss.

Die Balearen wurden erstmals in griechischen und sizilianischen Schriften erwähnt. Bewohnt war die Insel aber schon seit über 7000 Jahren, worauf archäologische Funde hinweisen. Demnach sind zunächst Siedler aus Südfrankreich eingewandert. Dieser ursprünglichen Höhlenkultur folgte die sogenannte Talaiot Kultur. Der Begriff Talaia bezeichnet in Mollorcin, der Sprache der Einheimischen, die runden Wachtürme. Diese waren bis zur Römerzeit die vorherrschende Bauweise. Den nachfolgenden Generationen dienten diese Gebäude als Material für den Bau von Häusern und Kirchen. 

Menorca und Ibiza wurden von den Phöniziern und Kathagern im 7. Jahrhundert besetzt. Die Kathager kamen aus dem heutigen Tunesien und beherrschten um diese Zeit das westliche Mittelmeer.Mallorca blieb allerdings von dieser Besetzung verschont.
Berüchtigt waren die Bewohner der Balearen für Ihr Können als Steinschleuderer in den karthagischen Heeren. Die Bezeichnung Balearen geht wahrscheinlich auf diesen Ursprung zurück. Im Griechischen bedeutet ballein werfen.Diese Kunst wurde von klein an geübt, so dass die Mallorciner hierin Ihren Gegnern in dieser Kriegskunst überlegen waren.

Die Steinschleuderer kämpften aber nicht nur an der Seite der Kathager, sondern auch bei den Römern, die dann später Karthago zerstörten.
Ein Standbild eines Steinschleuderes im Park unterhalb der Almudaina in Palma erinnert an die Heldentaten dieser Krieger.

Nach dem Niedergang Karthagos entwickelte sich ein Machtvakuum.
Dieses nutzten die Malloquiner zur einträglichen Beschäftigung als Seeräuber. Auch die Römer blieben nicht verschont, worauf Sie daraufhin die Insel im Jahr 123 v. Chr. besetzten.
Es begann eine über 500 Jahre währende friedliche Epoche unter römischer Verwaltung. Aus Rom wanderten in dieser Zeit Kriegsveteranen und Verbannte ein.

Pollentia (heute Alcudia), Inca und Palma wurden gegründet, eine verbindende Heerstraße wurde gebaut. Diese ist immer noch die Hauptverkehrsachse der Insel. Handel und Wandel blühten in den ersten Jahrhunderten auf. Mallorca exportierte vor allem Olivenöl, Tongeschirr und Keramik. Es began dann auch bald die Christianisierung der Balearen. Die Höhle von Sant Marti bei Las Gaviotas diente den frühchristlichen Gemeinden als Zufluchtsort vor Verfolgung, bis sich das Christentum vollends durchgesetzt hatte. Die Höhle ist immer noch zugänglich.

Im Jahre 430 eroberten die Vandalen die Balearen und zerstörten weitgehend alle Strukturen der Römerherrschaft. Wiederum 100 Jahre später eroberte das oströmische Reich (Byzanz) die Balearen zurück und nutzte die Inseln als Stützpunkt im Kampf gegen die Goten auf dem spanischen Festland.

Byzanz verlor nach und nach seine Vorherrschaft in Nordafrika an vorrückende arabische Heere (Mauren). Diese tauchten dann erstmals im 8. Jahrhundert auch vor den Küsten der Balearen auf. Es folgte ein unruhige Zeit gegenseitiger Piraterie und Plünderungen. Im Jahre 902 besetzten dann die Araber endgültig Mallorca, nachdem sie sich schon das gesamte ehemalige Westgotenreich und ganz Spanien einverleibt hatten.

Über fast als fünf Jahrhunderte arabischer Herrschaft entfaltete sich nun orientalische Kultur  auf der Insel. Maurische Hinterlassenschaften sind die bewässerten Obst- und Gemüseterrassen vor allem an der südlichen Westküste, die Orangen- und Mandelbaumkulturen sowie die Gartenanlagen um Villen und Paläste, wie sie noch heute in Esporles (La Granja) oder Alfabia existieren. Viele rabische Ortsnamen überdauerten die  Jahrhunderte, so zum Beispiel Alcudia, Algaida und Alaró, aber auch so fremdartig wirkende Bezeichnungen wie Andratx, Forna-lutx, Binissalem, Banyalbufar oder Biniaraix. Bauwerke aus arabischer Zeit sind dagegen bis auf die Banys Arabes in Palma in ihrer ursprünglichen Form so gut wie gar nicht mehr vorhanden.

Aber auch in dieser Zeit gab es einen ständigen Wechsel der Machtverhältnisse. Besonders ab dem 11 Jahrhundert gibt es spannende Veränderungen in den Machtverhältnisse um die Balearen. So verliert der König von Cordoba die Kontrolle über die Insel und Mallorca wird im Jahre 1015 dem arabischen Königreich Denia (Südspanien) zugeordnet. Aber durch die immer größer werdenden Konflikte zwischen den Königreichen wird Mallorca schließlich ein unabhänges eigenes Königreich. 

Moxabir ist von 1093-1114 der zweite König von Mallorca. Er baut die Stadtmauern, welche die Stadt gegen die Angriffe der Christen im 13. Jh. schützen sollten. Die Piraterie nimmt wiedermal Überhand und ist die wichtigste Einnahmequelle der Insel. Vor der Nordküste Spaniens, der Südküste Frankreichs und der Westküste Italiens ist kein Schiff mehr sicher. Eine Belagerung von Palma im Jahre 1114 durch die Armada des katalanischen Grafen von Barcelona, der mit Hilfe des Papstes in Rom der Piraterie ein Ende setzen will, ist zunächst erfolglos.

Aber ein Jahr später gelingt es den katalanischen und italienischen Truppen schließlich doch, die  Stadt zu besetzen und sie befreien über 30.000 Christen. Der mallorquinische  König Burabe wurde während dieser Schlacht gefangengenommen. Aber durch Probleme mit den Almoraviden mußte der Sieger, Ramon Berenger III., die Insel verlassen und Mallorca fiel zurück an die Almoraviden. Ab dem Jar 1116 herrschten dann die Almoradiven.

Anfang des 13. Jahrhunderts nimmt die Piraterie wieder überhand.
Schicksalhaft war dann der 31. Dezember 1229. Die Zeit der Kreuzzüge. Nach einer 2-monatigen Schlacht bei Santa Ponsa endete die Herrschaft der Muselmanen. Jaime I. stach unter Beteiligung dreier Erzbischöfe und ihrer Truppen im September 1229 mit 150 Schiffen und einer Streitmacht von 13.000 Mann in See und landete zunächst unbehelligt in der Bucht von Santa Ponça. Die ihm entgegengesandten Kräfte der Araber wurden geschlagen, und eine 3-monatige Belagerung Palmas (arabisch Medina Mayurca) schloß sich an. Am Silvestertag 1229 konnte Jaume die Kapitulation des Emirs in der Almudaina entgegennehmen. Während der darauffolgenden Plünderung wurden die meisten der arabischen Sakralbauten zerstört, darunter auch die Hauptmoschee. Abu Yahya mußte die Stadt Palma am letzten Tag des Jahres 1229 den Kreuzfahrern übergeben. Noch heute sind u.a. einige Straßen auf Mallorca nach diesem 31. Dezember benannt.

Im Jahre 1230 Jaime I. nach Katalonien zurückkehrt, gründet er einen Staat, der demokratische Züge aufweist. Er setzt Bernat de Santa Eugenia de Torrella als Gouverneur ein.

Bevor Jaime I. im Jahr 1276 stirbt, teilt er sein Königreich zwischen seinen Söhnen auf. Jaime I und Jaine II.. Der ältere Sohn Jaime I. gründet das christliche Königreich Mallorca. Er baut nach den bereits vorhandenen Vorschlägen seines verstorbenen Vaters schließlich die Kathedrale "La Seu" in Palma. Nur neun Jahre später verliert Jaime II. die Macht seines Königreichs an seinen Neffen Alfons III. Im Jahre 1295, nach dem Tode Alfons III. erhält Jaime II. wiederum die Macht über sein früheres Erbe. Mit ihm an der Macht begann für Mallorca wieder eine große und fruchtbare Zeit in der Geschichte. In dieser Zeit wurde u.a. die berühmte Festung "El Castell de Bellver" gebaut.

;